VSSM Fachanlass in Landquart

Raumklima steht im Mittelpunkt der diesjährigen Fachanlässe des Bereichs Technik & Betriebswirtschaft des VSSM. Den Auftakt machte am Donnerstag 27.08.2026 die Woodpecker AG in Landquart GR. Bis November stehen weitere Termine zur Auswahl.

Feuchtigkeit ist häufig unsichtbar, kann jedoch erhebliche Schäden verursachen. Mit den diesjährigen Fachanlässen greift der VSSM ein Thema auf, das Schreinerbetriebe immer stärker beschäftigt. An 15 Veranstaltungen im ganzen Verbandsgebiet vermitteln fünf Fachreferenten praxisnahes Wissen rund um Raumklima, Feuchtigkeit und Schadensprävention. Die Teilnahme ist kostenlos, Interessierte können sich jetzt anmelden. 

Den Auftakt im Showroom der Woodpecker AG in Landquart GR machte Pierre Scheidegger vom VSSM-Bereich Technik & Betriebswirtschaft (T & B). Anhand eindrücklicher Praxisbeispiele und typischer Schadensbilder zeigte er, wie eng Holzfeuchte, Raumklima und die richtige Materialwahl respektive der korrekte Mateiraleinsatz mit der Qualität von Schreinerarbeiten verknüpft sind. Zudem stellte er die umfassend überarbeitete Norm SIA 241 «Schreinerarbeiten» vor. Diese berücksichtigt aktuelle Materialien und Bauweisen und sorgt für mehr Klarheit und Sicherheit in Planung, Ausführung und Montage.

Verstehen und Erkennen
Andreas Bruderer von der Wesco AG rückte das Zusammenspiel von Raumklima, Holz und Innenausbau in den Fokus. Während zu trockene Luft Risse, Fugen und Verzug verursacht, fördern hohe Luftfeuchtigkeit und mangelnde Lüftung das Quellen von Holz und sogar Schimmelbildung. Gerade in modernen, luftdichten Gebäuden seien funktionierende Lüftungskonzepte deshalb entscheidend. Sie schützen Holz und Bausubstanz, sorgen für ein gesundes Raumklima und helfen, Schäden zu vermeiden.

Nicht jede Ursache für spätere Schäden ist auf den ersten Blick erkennbar. Elvedin Bahonjic von VSSM T & B stellte deshalb die Feuchtigkeit auf der Baustelle in den Vordergrund. Er zeigte auf, weshalb Messungen, dokumentierte Klimawerte und die fachgerechte Lagerung von Holz und Holzwerkstoffen entscheidend sind, um Verzug, Risse und Funktionsmängel zu vermeiden. Seine Botschaft war klar: «Prüfen statt riskieren.»

Feuchtigkeit sucht sich ihren Weg, oft unbemerkt durch kleinste Leckagen. Wie sich solche Schäden vermeiden lassen, zeigte Patrick Wood von der Permapack AG. Im Zentrum stand das Drei-Ebenen-Modell, das eine fachgerechte Abdichtung von Fenstern, Türen und Anschlüssen sicherstellt. Entscheidend seien die innere Klimatrennung sowie aufeinander abgestimmte Materialien und Schnittstellen. Nur so bleibt die Gebäudehülle dauerhaft dicht und schützt die Konstruktion vor Feuchte.

Stabiles Raumklima spürbar
Als Abschluss rückte Andreas Odermatt von der Paul Schenk AG das Raumluftklima in Schreinereien in den Fokus. Während sich die vorherigen Referate vor allem mit zu viel Feuchtigkeit beschäftigten, zeigte er die Folgen von zu trockener Luft auf. Gerade in sanierten Hallen und während der Heizperiode sinke die relative Luftfeuchtigkeit oft auf kritische Werte. Das Holz reagiere darauf mit Schwinden, Verzug, Mikrorissen oder offenen Leimfugen, was Nacharbeiten, Produktionsstörungen und Reklamationen verursachen könne. Odermatt erläuterte zudem, weshalb ein stabiles Raumklima für die Verarbeitungsqualität entscheidend ist, und zeigte die Vorteile von Luftbefeuchtungsanlagen sowie von modernen Mess- und Dokumentationssystemen auf. Davon profitieren Material, Maschinen und die Gesundheit der Mitarbeitenden. Sein Fazit: Ein konstantes Raumklima ist eine zentrale Voraussetzung für Qualität, Produktivität und Wirtschaftlichkeit im Betrieb.

https://www.vssm.ch/fa2026


Text & Fotos: Michael Nussbaum, Schreinerzeitung